Fisolen und Schmarren - Besuch beim östlichen Nachbarn

Was willst du in die Ferne schweifen
Das Gute liegt so nah



Eigentlich liegt das Beste doch genau vor der Haustüre.
Andererseits reizt mich die Ferne auch immer wieder.
Diesen Sommer wollte ich eignetlich von April bis Juli in Skandinavien verweilen.
Daraus wurde aber dank Corona nichts.
Als guten Kompromiss besuche ich nun Österreich.



Mittwoch 1. Juli 2020
Gut geplant ist halb ...



Jetzt beginnt mein Abenteuer. Gut organisiert und völlig durchstrukturiert wie immer beginne ich meine Reise nach Osten. So könnte mein Blog starten...

Auf dem Stanserhorn

Blick auf den Vierwaldstättersee

Die Wirklichkeit ist aber komplizierter und ich bin einer spontanen Routenänderung nicht abgeneigt. Das beginnt schon bevor ich abgefahren bin. Mein Bruder will heute auf's Stanserhorn und so fahre ich erst mal auf meinen Heimatberg. Jetzt schicke ich meinen WhatsApp Freunden eine Nachricht und kurz darauf piepts. "Willst du wirkich an mir vorbeifahren?!" und so kommts zur 2. Programmänderung des Tages. Eigentlich hatte ich geplant via Engadin un dann dem Inn entlang zu reisen. Na gut, dann lande ich halt am Bodensee.

über die Wasserfluh in die Ostschweiz
Blick zum Säntis
Auf Nebenstrasse geniesse ich das noch schöne Wetter, dem Gewitter immer eine Nasenlänge voraus. Im Radio höre ich von Regenschauern in der Innerschweiz und geniesse den Kaffee an der Sonne mit Ausicht.

Goldach

So komme ich trocken in Goldach am Bodensee bei Abert und Elvira an und geniesse nach einem kurzen Regenguss den goldenen Abend.

Gut geplant ist halb so lustig, denn spontan erlebt man mehr.




Donnerstag 2. Juli 2020
Wer höher steigt ...



In der Nacht hat es zwar kräftig geregnet, aber im weichen Bett habe ich so viel davon mitbekommen. Allerdings musste ich feststellen, dass Schlafen im Bett ebenso gefährlich sein kann wie Schlafen im Wald. Diesmal hat sich eine nahe Tischkante meinen nächtlichen Eskapaden entgegengestellt.

Blick vom Fünfländerblick (CH) auf den Bodensee
Dunkle Wolken
Kapelle

ein wenig Provence an der Hausmauer













Trotz drohender Wolkentürme kann ich meine kleine Aussichtswanderung trockenen Hauptes absolvieren. Ich will die neue Hängebrücke besichtigen.

Hängebrücke bei Wienacht-Tobel

Da seh ich was am Wegesrand. Da ich ja momentan nich nach Island kann, könnte das doch ein kleiner Ersatz für einen Hotpot sein?

Kleines Bad gefällig ...
... lieber doch nicht!

Nun will ich aber doch langsam Richtung Grenze aufbrechen. Aber ein kleines Picknick mit Ausicht muss noch sein. Da höre ich im Radio eine Reportage über die Schlacht am Stoss. Das liegt doch in der Nähe, also noch einen kleinen zusätzlichen Schlenker nach Appenzell. Ich kann dann ja bei dieser Gelegenheit noch ein wenig Käse Kaufen.

Ausicht über das Rheintal
Pause mit Aussicht
Schlachtkapelle Stoss
Blick über Altstätten

Nun ist es aber Zeit, endlich mal eine Grenze zu überschreiten. Über den Rhein fahre ich rüber nach Österreich und dann weiter nach Deutschland, denn mein Navi hat hier einen zweiten Fünfländerblick erblickt. Na dann wollen wir doch mal schauen. Aber in der Schweiz hat man den schönsten Überblick über die Bodenseeregion, da können uns die Allgäuer nicht das Wasser reichen.

Der Rhein

Apropos Wasser! Bis am späten Abend hält der Himmel dicht und so kann ich trocken durch die Algäuer Alpen weiter Richtung Österreich fahren.

Aussicht am Fünfländerblick (D)
Blick über das Algäu

Wer höher steigt hat die schönere Aussicht




Freitag 3. Juli 2020
Nach em Räge ...



In der Nacht hohlt mich der Regen doch noch ein. Trotzdem kann ich durch die Regenschleier bei Reutte die beleuchtet Hängebrücke "Highline 179" sehen. Ganz in der Nähe habe ich mein Biwak aufgeschlagen.

Biwak im Wald
Hängebrücke und Burg im Nebel

Heute wird ein Regentag. Denkste, zwar streichen die Nebel um die Berge, aber nur selten fallen ein paar Regentropfen. Eine gute Gelegneheit, den Tag ruhig anzugehen. Über den Fernpass fahre ich nach Innsbruck und lege immer wieder Pausen ein.

Blick auf den Zugspitz
Mittagspause im Grünen


Ein guter Grund um einzukehren und einen Cappucino zu geniessen. Da es nicht pressiert, verweile ich beim Lesen der heimischen Zeitungen und löse Kreuzworträtsel. Und hier stolpere ich auch über die Ersten Fisolen. Also beschliesse ich, mich der örtlichen Kulinarik zu widmen und gehe Einkaufen.

Kirche bei Innsbruck
Stans

Das Zillertal ist ganz in der Nähe. Das war schon bald nach der Schulzeit eines meiner ersten Ziele im Ausland. Mit dem Töffli sind wir damals mit knapp 25kmh dorthin gerattert. Also ein Wiedersehen mit Erinnerungen an Alte Zeiten.

Mayrhofen im Zillertal
Gerlospass


Nach dem Regen ist die Natur wieder frisch.



Samstag 4. Juli 2020
Eine Kuh macht muhh ...




Nacht am Gerlos
Ein kuhles Frühstück
Auf dem Gerlospass

Es hat schon sehr viel Deutsche Touristen auf der Gerlos Alpenstrasse, so fahre ich auf einer kleinen Nebenstrasse weiter. Als es wieder bergan geht, beginnt mein Auto zu spucken. Mit Müh und Not schaffe ich es auf den Parktlatz beim Wasserfall. Ich kontolliere Öl und Wasser, alles IO. Mal schauen wies weitergeht.

Nebenstrasse am Gerlos
Krimmler Wasserfälle
Mittagspause an der Salzach

Nun geht's mehr oder weniger der Salzach entlang nach Salzburg. Dabei lasse ich mir Zeit, das Pinzgauerland zu bestaunen. Ich sehe zwar viele Pinzgauer (Einheimische) aber nur wenige Pinzgauer (Geländefahrzeug). Dafür gibt's noch ander Transportmittel hierzulande.

Luftseilbahn für Milch
Landschaft im Pinzgau
am Zeller See

Nun brauch ich ein wenig Abkühlung. Der Ritzen See erfrischt mich bis in alle Ritzen und Spalten. Erfrischt reise ich weiter und lage an einem Kartoffenfeld in der Nähe von Saltburg. Der Bus macht momentag keine Sperenzen und so will ich ihm noch eine Chance geben. Vielleicht liegt's ja am Vollmond.

Ritzen See mit Blick auf das steinerne Meer
Nacht auf dem Feld - Der Mond ist aufgegangen

Eine Kuh macht muhh, viele Kühe prägen die Landschaft.




Sonntag 5. Juli 2020
Mozart ist ein grosser Künstler ...



Morgenstund hat Gold im Mund
Salzburg
Sunntigszmorge an der Salzach

Frisch getärkt verlasse ich nun die Heimatstadt Mozarts und bewege mich im Grenzgebiet zu Deutschland in Richtung Kufstein durch die Berge und Seenlandschaft.

Thumsee
Thumsee
Seerosen

Jetzt bin ich in Bayern und lasse mich von Kultur und Kulinarik bezaubern.

Holzschnitzereien in Weissbach
Kirche Weissbach
Ein Bad im Bergsee

Kultur macht hungrig. Also gebe ich mich den lukullischen Genüssen hin. Jetzt ist Zeit für einen ordentlichen Schmarrn! Beim Kirschenwirt bestelle ich einen Kaiserschmarrn. In Anbetracht der Grösse der österreichischen Portionen verzichte ich auf weitere Speisen. Mit Genuss verschlinge ich diese deftige Speise. Für Alle die nicht wissen was Kaiserschmarrn ist noch ein paar Hinweise.
Kaiserschmarrn ist eine Art Palatschinken der in Stücke gerissen serviert wird. In den Teig gehört natürlich eine schöne Portion Zibeben (Ziberl), ein paar Oa und bestreut wird das Ganze mit Staubzucker. Was aber auf keinen Fall dazugehört ist Schlagobers.

Kaiserschmarrn
Obstler

Während mich den irdischen Genüssen hingebe, bleibt mein kleiner Papageitauchr nicht untätig. Er verlustiert sich am Obst, genauer gesagt am Obstler und so hängt sie jetzt am Rückspiegel rum dies Flasche.

Kufstein

Nun ist es Zeit zu Bett zu gehen.

Mozart ist ein grosser Künstler, doch seine Kugeln sind auch nicht ohne.



Montag 6. Juli 2020
Wer zu schnell springt ...



Morgens in der Früh wach ich auf im dunklen Wald. Alles ist verdaut und ich bin bereit für neue Abenteuer.

Weitab im dunklen Wald ...
... nur ein Einsiedler wohnt noch da
Spitzingsee

Heute sind Wolken und Regen angesagt. Auch mein Auto hat ein wenig Schnuppen. Am Berg kommt er manchmal ausser Atem. Also gehe ich zum Autodoktor und lasse das Fieber messen. Der freundliche Klempner beruhigt mich aber. Er drückt mir eine 3 Seiten lange Fehlerliste in die Hand und sagt ich könne weiterfahren. Da steht was von Aschgehalt und Klappenstörung. Nur Mut, es wird schon schiefgehen.

am Tegernsee

Nun bin ich am Tegernsee, schaue den Wolken zu und schreibe am Blog. Nun zieht's mich wieder gen Austria. Über eine abenteuerliche Bergstrasse mit Einbahnverkehr erreiche ich die Kaiserschlucht. Hier gefällts mir, da bleib ich mal.


Wer zu schnell springt, dem geht schnell der Schnauf aus



Dienstag 7. Juli 2020
Im Frühtau zu Berge  ...



Gut hab ich geschlafen in der Schlucht. Zeitweise hat der Regen auf mein Hüttchen getrommelt aber nun ist der Himmel wieder blau und so fahre ich ganz nach oben zur Bergstation des Skilifts auf den Reither Kogel und schau runter auf Wörgl und ins Zillertal. Ich geniesse die schöne Aussicht und das Wetter.

Bergstation Reither Kogel

Kreuzwegkapelle beim Reither Kogel

Blick auf's Zillertal

Stift Stams

Ruhebank am Hahntennjoch

Hahntennjoch

Bschabs

Über das Hahntennjoch bin ich dann in's Lechtal gefahren. Mein Auto kam auf der steilen Strasse arg ins Schnaufen. Da ist es besser wenn ich langsam heimzu steuere.

Elmen im Lechtal

Hochkrumbach

Bei Schröcken

Ja hier in Schröcken hatte ich ein schröckliches Erlebnis. Da war ich doch in der kleinen Bergbeiz und konnte mein Euro Bargeld nicht finden. Kartentahlung nicht möglich, da sind die Össis noch nicht so weit. Also musste ich unverrichteter Dinge abzotteln. Ein paar km weiter hab ich meine Euros dann gefunden im Rucksack wo sie auch hingehören.

Auf der Furkahöhe

Blick zurück über den Rhein auf Österreich

Abendstimmung auf der Schwägalp

Im Frühtau zu Berge wir ziehn fallera



Mittwoch 8. Juli 2020
Schlussspurt



Blick vom Säntis auf die Churfirsten

Blick hinunter auf die Schwägalp

ein Bad im Zürichsee

Seedamm bei Pfäffikon

am Lauerzersee

Ja und jetzt bin ich wieder zu Hause und Sprung für die nächste Reise.

Kommentare

  1. Der Schnauf scheint tatsächlich ausgegangen zu sein. Hoffe es geht dir aber gut.
    Liebe Grüsse Elisabeth

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